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Neue Zürcher Zeitung | 11 Feb 2008
In Klang gemeisselte Sprache «Gilgamesh» von Gérard Zinsstag in Zürich uraufgeführt Das Gilgamesch-Epos aus dem Zweistromland erzählt eine intensive Geschichte, welche der Schweizer Komponist Gérard Zinsstag auf eigene Weise auf die Bühne gebracht hat. Die deutsche Fassung seines Musiktheaterwerks «Gilgamesh» (Libretto: Peter Schweiger und Gérard Zinsstag) ist im ausverkauften Schiffbau in Zürich uraufgeführt worden. Alle künstlerischen Mittel sind auf das Epos fokussiert. Von Gilgamesch, seiner Freundschaft zu Enkidu und seiner vergeblichen Suche nach dem ewigen Leben wird berichtet; wie viel Menschliches steckt doch in der Erzählung (vgl. NZZ 8. 2. 08). Geschaffen hat Zinsstag eine eigentümliche Form: Sein «Gilgamesh» ist eine Art Live-Hörspiel (kein Melodram) für einen Rezitator, der von Musik und einigen optischen Komponenten begleitet wird. Musik, Licht, Video-Projektionen und gelegentliche Auftritte eines Solo-Tänzers schaffen einen Raum für den Text, der ganz im Zentrum steht. Er wird von Peter Schweiger ohne Pathos mit vielfältigen Ausdrucksfärbungen seiner Stimme so vorgetragen, dass die kraftvolle Sprache der deutschen Übersetzung von Raoul Schrott wunderbar zur Geltung kommt. Der Klangraum besteht häufig aus tiefen Farbmischungen von Harfe, Kontrabass, Bassklarinette, Baritonsaxofon, einem (wohl kaum im Sinne des Komponisten programmierten, ärmlich klingenden) Synthesizer und tiefem Schlagwerk mit archaischen Holzklängen, grossen Trommeln, Donnerblechen, Gongs. Trapezförmig sind die vier Schlagzeuger des Centre International de Percussion, Genf, in der hinteren Bühnenhälfte aufgestellt, zwischen ihnen verteilt befinden sich die fünf Musikerinnen und Musiker des Ensemble Pléïade aus Annecy. Ihr Klangmagma wirkt entweder skulptural oder bewegt sich in treibenden Rhythmen. Gelegentlich werden auch hellere Bereiche aufgesucht (etwa wenn von der Sonne die Rede ist), doch der Grundklang bleibt tief. In ihn wird gleichsam die Sprache eingemeisselt. Hinzu treten aus sechs Lautsprechern konkrete Klänge; man hört das Meer, die Winde, Donner, Feuer und anderes, ein akustisches Bühnenbild, das musikalisch gut in den Gesamtklang integriert ist und nur selten plakativ wirkt. Die Gesten sind einfach und haben mitunter eine leitmotivische Wirkung. Durchaus illustrativ wird der Text gestützt, aber unaufdringlich, denn dafür ist die Musik zu differenziert. Diskret eingesetzt ist auch das Visuelle (Choreografie und Regie: Perrine Maurin). In Video-Sequenzen von Hervé Bailly-Basin sind in abstrahierter Form erdfarbene Lehmstrukturen, Sandbewegungen, Wasser zu sehen. In einer weissen Rechteckfläche im Vordergrund tritt ab und zu der Tänzer (Franck Picart) in Erscheinung, auch er abstrakt, mit starken Horizontalen und Vertikalen. Er scheint gleichsam den Urgrund des Mythischen zu repräsentieren. Langsame Lichtveränderungen sorgen für ein konzentriertes Erleben des Textes. Umso stärker wirken die Momente, wo auch die Instrumentalisten in die Inszenierung mit einbezogen werden: am Stückanfang und nach Enkidus Tod, wo sie zum regungslos liegenden Tänzer treten und in einer Reihe vor ihm still stehenbleiben. Eine attraktive Aufführung, die unter der musikalischen Gesamtleitung von Jean-Paul Odiau stand. Alfred Zimmerlin

Neue Zürcher Zeitung | 08 Feb 2008
Auf der Suche nach dem ewigen Leben Gérard Zinsstags «Gilgamesh» wird uraufgeführt Gérard Zinsstag hat ein Musikdrama nach dem Gilgamesch-Epos verfasst. Seine deutsche Fassung wird heute im Schiffbau uraufgeführt. Im Gespräch gibt der Komponist Auskunft über sein Werk. Der Komponist Gérard Zinsstag (geb. 1941) stammt aus Genf, Französisch ist seine Muttersprache, aber seit rund vierzig Jahren lebt er in Zürich. Nun hat er ein neues Musiktheater-Werk geschaffen, «Gilgamesh», ein Stoff, der bis in die Anfänge unserer Kultur zurückreicht. Es ist nach der frechen, zeitkritischen Opéra comique «Ubu cocu» (St. Gallen, 2001) sein zweites musikdramatisches Werk; seine deutsche Fassung wird heute Freitag im Schiffbau in Zürich uraufgeführt. Die Partitur ist geschrieben für Sprecher, vier Schlagzeuger und ein kleines Ensemble, auf der Bühne agiert neben dem Schauspieler und den Musikern auch ein Tänzer, und es gibt auch Videoprojektionen. Anderthalb Stunden dauert das Werk. Man müsse sich darauf einstellen, sagt Zinsstag: «Es ist eine Geschichte, in die man eintauchen kann, ohne auf die Uhr zu gucken.» «Gilgamesch» ist das wohl älteste Epos der Menschheit. Erste Fragmente wurden vor nicht ganz 5000 Jahren aufgeschrieben, in akkadischer Sprache und in sumerischer Keilschrift in Stein gemeisselt. Es ist die Geschichte des mesopotamischen Königs Gilgamesch, des Städtebauers von Uruk. Er sei an sich ein aufgeklärter König, berichtet Zinsstag, der Stadtmauern und ein Netz von Kanälen zur Bewässerung hatte bauen lassen. «Doch er ist auch sehr arrogant, alle haben natürlich Angst vor ihm, und er übertreibt ein bisschen. Aus diesem Grund schicken ihm die Götter ein Alter Ego, Enkidu, den Wilden, der von der Zivilisation unberührt ist.» Eine geradezu ideale Freundschaft entsteht. Es wird von den Heldentaten der beiden berichtet, dann von Enkidus Tod, der in Gilgamesch Rastlosigkeit auslöst: Auf der Suche nach dem ewigen Leben reist er um die ganze Welt. Im Land der Toten, wo Himmel, Erde und Meer ineinander übergehen, wird die Geschichte der Sintflut geschildert, die im Gilgamesch-Epos ihre älteste Darstellung erfährt. Anstelle von Noah baut dort Utnapischti die Arche, ein alter Vorfahre Gilgameschs. Gilgamesch gewinnt schliesslich die Pflanze, die Verjüngung verheisst – und verliert sie wieder. Sagt uns das Epos heute noch etwas? «O ja, und wie. Es ist eine erstaunliche Sage, hochpoetisch, mit wunderbaren Metaphern. Sie setzt sich mit den Grundfragen unserer Existenz auseinander: Wieso lebt man, wieso muss man sterben?» Auch in unserer Zivilisation sei der Wunsch nach einem Jungbrunnen gross. Gilgamesch komme von seiner Reise zwar mit leeren Händen zurück, aber er habe eine enorme Erfahrung gemacht. Und er kehre zu seinen Mitmenschen zurück, in die Realität. «Diese Idee ist doch sehr schön.» Auf den Stoff wurde Zinsstag durch seinen Freund, den Komponisten Gérard Grisey, aufmerksam gemacht. «Er zeigte mir die neue französische Übersetzung des Assyriologen Jean Botéro (1992), und ich war davon sehr beeindruckt.» Ein Kompositionsauftrag des Festivals «Musiques inventives d'Annecy» liess ihn zunächst an die Vertonung eines Ausschnitts des Epos denken, doch «allmählich musste ich einsehen, dass dies eher sinnlos war. Wenn schon, musste ich das ganze Epos machen.» Der Uraufführungstermin wurde verschoben, der erste Teil entstand, dann – dank einem Auftrag der Stadt Zürich – der zweite. Das Libretto hat Zinsstag selber in französischer Sprache verfasst. Er musste sich textlich auf ein Minimum beschränken, denn in einem musikalischen Umfeld töte zu viel Text die Aussage ab, da müsse man wirklich zur Sache kommen. Die deutsche Fassung haben dann Peter Schweiger und Zinsstag anhand der 2001 erschienenen Übersetzung von Raoul Schrott erstellt, was nicht ganz einfach gewesen sei, denn die deutsche Sprache nehme sich für dieselbe Aussage mehr Zeit als die französische. «Grundsätzlich schwebte mir zu eine einfache Musik mit wenigen Mitteln vor. Ich wollte sie unmittelbar und direkt haben, denn hier kommen ein intensiver Text, Musik, Tanz und Video zusammen, und man muss dem Text einfach eine Chance geben, wahrgenommen zu werden.» Die «Gilgamesh»-Musik habe zunächst etwas Archaisches in ihrer oft repetitiven Geradheit. Im Laufe des Epos werde sie dann plastischer, streckenweise auch komplexer. Vier Schlagzeuger sind so auf der Bühne verteilt, dass ein akustischer Raum mit Breite und Tiefe entsteht. Die Harfe sei eher perkussiv eingesetzt, das Trio von Kontrabass, Bassklarinette und Saxofon habe melodische Funktion, während der Synthesizer verbinde. Zudem hat Zinsstag mit Fragmenten von konkreten Klängen gleichsam ein akustisches Bühnenbild komponiert: «Man hört das Meer, Regen, Feuer, Donner und vor allem Winde, denn in der assyrischen Mythologie gibt es dreizehn verschiedene Arten von Winden.» Auch menschliche Klänge sind zu hören. Diese Musik kann Zwerchfell und Intellekt ansprechen. Und der Stoff geht unter die Haut. Alfred Zimmerlin

Neue Zürcher Zeitung | 04 Apr 2005
Anders Gérard Zinsstag, der unermüdlich und mit innerem Feuer sein Material immer auch auf den über das rein Musikalische hinausgehenden Gehalt befragt und Ordnungen schafft, an welchen sich die Zuhörenden reiben können. Kommt Murails Musik ohne wesentliche Störungen aus, so ist das Stören und Irritieren bei Zinsstag ein unverzichtbares Mittel, um neue Räume aufzutun. Im Sextett «Tempor» (1991/92) zum Beispiel werden die Zuhörenden in einem Zeitgitter gefangen. Die Musik schabt und scharrt, bis ein Ausblick in eine andere Klanglandschaft entsteht, und befreit kann man sie betreten. Als Uraufführung erklangen die im Auftrag von Pro Helvetia entstandenen «Quatre mouvements» (2004) für ein heterogen besetztes Ensemble von fünfzehn Instrumenten: vier Studien, welche je eigenes Material untersuchen. Weisses und farbiges Rauschen unterschiedlicher Art und Herkunft wird im ersten Satz, «Souffles», dargestellt, und die Wahrnehmungszeit geht ihre eigenen Wege. In «Figures» entstehen Ballungen durch in heftigen Bewegungen ausgelegte Spektren; mit Gewalt überfällt einen ein musikalisches Feuer. Spannend, wie in «Surfaces» Blöcke und Linien in der Zeit neben- und übereinander gestellt werden: eine Musik geradezu zum Anfassen. Der letzte Satz, «Ombres», führt erklungenes Material zusammen zu neuen und vielfältigen Ordnungen. Alfred Zimmerlin

Neue Zürcher Zeitung | 25 Mar 2002
Körperhafte Klangskulptur azn. Radio Suisse romande, Espace 2, erteilt anders als sein Gegenstück in der alemannischen Schweiz lobenswerterweise immer noch Kompositionsaufträge, mit dem Ziel, das zeitgenössische Repertoire in der Schweiz zu erweitern. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag gab es beispielsweise in Genf und Lausanne die Uraufführung eines grossen Orchesterwerks des in Zürich lebenden Genfers Gérard Zinsstag (geb. 1941), und zwar in einem Abonnementskonzert des Orchestre de la Suisse romande unter der Leitung seines sich sehr für das Neue einsetzenden Chefdirigenten Fabio Luisi. «Passage» (2001) für grosses Orchester ist eine Art Denkmal und Hommage an Zinsstags 1999 verstorbenen Freund, den Komponisten Gérard Grisey. Es wird darin von einem Klangmaterial ausgegangen, wie es Grisey in einigen seiner Werke («Les Espaces Acoustiques») verwendet hat, und doch schafft Zinsstag damit eine völlig andere Klangwelt. Seine «Passage» führt die Zuhörenden zunächst in äusserst langsamer Bewegung von einem Kontra-D über ein Kontra-E hoch zu einem Kontra-F. Der Bass ist zwar auch ein Fundament, viel mehr aber die eigentliche Materie, aus welcher der Komponist sein Werk formt: Er splittert ihn bis in die höchsten Teiltöne auf, welche klanglich und strukturell ein Eigenleben und eine fast fiebrige Spannung entwickeln. Amorphe Klangmischungen, zähflüssig wie Lava, strahlen Archaik aus; ihnen sind kristalline, klare Gesten gegenübergestellt. Zinsstag verändert mit grosser Phantasie gleichsam stets das Licht, in welchem er seine Klanggebilde betrachtet. Und es frappiert, wie präzise er den Raum des Orchesters komponiert hat. Eine teilweise feurige innere Bewegung artikuliert ihn und macht die «Passage» zu einem ausgesprochen skulpturalen Werk.

Neue Zürcher Zeitung | 30 Apr 2001
Dreiteufelswanst Gérard Zinsstags «Ubu Cocu» in St. Gallen uraufgeführt Eine Opéra bouffe zu schreiben, war die Aufgabe. Oder vielleicht gar eine zeitgenössische Operette à la Offenbach, bissig, mit viel Zeitkritik. Gefunden wurde der Stoff in Alfred Jarrys zweitem Stück aus der Ubu-Trilogie: «Ubu Cocu», Ubu, der Hahnrei. Wenn jemand auf eine solche Materie mit Leib und Seele eingehen kann, dann der St. Galler Theaterdirektor Peter Schweiger: Regisseur, Schauspieler und hellwacher Zeitgenosse mit viel Sinn für das Paradoxe und Absurde - sowie mit dem makabren Humor, den er als Wiener wohl bereits in die Wiege gelegt erhalten hat. Dreiteufelswanst, und er liebt Monster. Vom Komponisten Gérard Zinsstag indes würde man auf den ersten Blick kaum eine Buffo-Oper als Opernerstling erwarten, doch schaut man sich seine frühe Franz-Mon-Vertonung «wenn zum beispiel» an, ist alles schon angelegt: Witz, Groteske, Tempo und Feuer. Grotesk ist er, der «Ubu Cocu», der am Theater St. Gallen seine Uraufführung erlebt hat. Und obendrein bissig und bitterböse, sowohl musikalisch als auch szenisch. Fern erinnert Ubus Gesicht an Stalin; er ist der Prototyp aller Despoten, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht hat: rücksichtslos, gefühllos, egoistisch. In einer Kiste transportiert er auf einem Gabelstapler zwar sein Gewissen mit sich. Doch das ist ein schlappes Gespenst, das von Ubu mitunter befragt wird, aber auch nur, um dann gegenteilig handeln zu können. Dreiteufelswanst, da setzt die Mère Ubu dem Alten Hörner auf, indem sie sich mit einem Ägypter vergnügt und einen Archäopteryx gebiert . . . Et cetera. Unsinn also wird präsentiert, massenhaft, aber er ist nie ohne Sinn, im Gegenteil: «Ubu Cocu» wird zu einer Zeitsatire sondergleichen, welche die Problematiken heutigen Lebens mit seinem grassierenden Narzissmus, der darin verborgenen Tyrannei und den Big-Brother-Containern ebenso benennt, wie sie die Mechanismen der Despotie aufdeckt. Inszeniert hat Peter Schweiger dies mit viel Phantasie und Witz. Ständig wechseln die Stimmungen, die Figuren bewegen sich mit Tempo, nutzen den Raum und tragen ziemlich dick auf. Die Beweglichkeit der Szene wird unterstrichen durch das Bühnenbild von Andreas Walkows, in welchem die Monster agieren (Kostüme: Marion Steiner, Tierfiguren: Urs Obrecht). Das Stück spielt nämlich ausschliesslich in der von Père Ubu annektierten Wohnung des Wissenschafters Achras, der an einer vielbändigen Abhandlung über die Sitten und Gebräuche der Polyeder arbeitet. Bunte Tetraeder, Würfel, Ikosaeder und so weiter hängen zuhauf in der Luft und bilden eine Welt für sich. An Schnüren bewegen sie sich in die Höhe, in die Tiefe, verändern den Raum, schichten ihn, bilden eine Ober- und Unterwelt je nach Bedarf. Diskret sind in ihnen auch die Monitoren versteckt, welche die in französischer Sprache gegebene Oper deutsch übertiteln. So ist es Walkows und Schweiger gelungen, die Bilder raffiniert den jeweiligen Erfordernissen anzupassen, das Publikum immer wieder zu überraschen und dennoch mit Konstanten durch das Stück zu führen. Zinsstag indes reagierte auf den Jarry-Text mit einem extrem heterogenen Material, das pausenlos in Bewegung ist und sarkastisch auf den theatralen Augenblick reagiert. Dennoch gelingt es ihm, eine einheitliche Opernmusik zu schreiben, sein Publikum auch musikalisch abzuholen und ins Stück hineinzuziehen. Die exzessive Collagentechnik mit Zitaten und Stilkopien der schamlosesten Art, die er einfallsreich verwendet, bietet intelligente Unterhaltung. Hier geht es primär um das Theater, um das Zusammenwirken von Text, Musik und Szene und, Dreiteufelswanst, nicht um die Selbstverwirklichung eines Komponisten. Was nicht über einige Längen hinwegtäuscht, welche die Musik dennoch aufweist. Denn stets ist die Dichte hoch, es gibt nur selten Momente des Verweilens, des ruhigen Einatmens, womit das Durcheinanderpurzeln der Klangmaterialien streckenweise auch etwas grau, anstatt vielfarbig zu wirken beginnt. Doch nicht nur Stück und Inszenierung überzeugten: Bemerkenswert war auch die Leistung des Ensembles mit einem wunderbar schiefen Kenneth Garrison als Père Ubu, einem geradezu schleimigen David Maze als La Conscience, und Paulo Medeiros zeigte sich in der Rolle des Wissenschafters Achras als agiler Bassbuffo. Mit Szenenapplaus bedacht wurden die Chansons der trois Palotins, der Brigadisten von Père Ubu mit Kimberly Brockman, Terhi Kaarina Lampi und Juremir Vieira, und ausgezeichnet besetzt waren auch die Nebenrollen mit Claudia Dallinger (Mère Ubu), Wolfgang Gratschmaier (Rebontier), Frank Uhlig (Barbapoux), Andrzej Hutnik (Le Savetier). Am Pult stand mit dem Komponisten Jürg Wyttenbach ein Dirigent, der Monster genauso liebt wie Zinsstag und Schweiger, und das Sinfonieorchester St. Gallen zeigte eine erfreuliche Leistung. Hervorragend beispielsweise sein Tuba-Solist, der über weite Strecken gleichsam ein Tuba-Konzert zu spielen hat. Ein spannender Premierenabend also, dem sogleich ein zweites Ereignis folgte: Peter Schweiger wurde für sein innovatives, die Schweizer Theaterlandschaft immer wieder befruchtendes und veränderndes Schaffen in Anwesenheit von Bundespräsident Moritz Leuenberger und zahlreicher weiterer Prominenz der Hans-Reinhart-Ring 2001 der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur verliehen. Er hat die Ehrung mehr als verdient. Alfred Zimmerlin




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